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Lößkindel, Lößpuppen und Lößmännchen



In lößreichen Gebieten werden immer wieder Objekte gefunden, die Ähnlichkeit mit Versteinerungen haben; zumeist aber Lößkindel sind - auch Lößmännchen oder Lößpuppen genannt.

Lößkindel werden als kalkhaltige Konkretionen aus Löß definiert.


Die Entstehung von Lößkindeln

Damit sich ein Lößkindel bilden kann, sind zwei Bedingungen Voraussetzung: Löß und Sickerwasser.


Unter dem Begriff Löß wird ein kalkhaltiges, gelblich-ockerbraunes und durch Wind verlagertes (sog. äolischer Transport) Lockersediment verstanden.
Die Korngröße von Löß entspricht der von Schluff (0,002 bis 0,63 mm), vorwiegend aber der Korngröße von 0,02 bis 0,05 mm.

Die Zusammensetzung von Löß variiert mit dem Mineralbestand der Ausgangsgesteine und der Herkunftsregion. Löß besteht zu 60 bis 70 % aus Quarz, weiterhin vorhanden sind Glimmerminerale, Feldspäte und kalkhaltige Minerale wie bspw. Calcit.


Als Lockersediment ist Löss unverfestigt und nicht geschichtet. Mitunter kann eine scheinbare Schichtung im Löß auftreten, bedingt durch abwechselnd eingewehte Lagen von Löß und Sand. Dabei erreichen die Mächtigkeiten der Lößschichten in China bis zu fünf Meter, während die Lößlagen in Deutschland im Dezimeterbereich liegen. Eine Übersicht über Verbreitung und Mächtigkeit von Löß in Europa ist in der Europäischen Lößkarte dargestellt.


Die Herkunft von Löß ist unterschiedlich. Gemeinsames Kennzeichen ist die Art der Verlagerung vom Ursprungsort: Wind (äolisch).

Löß aus trockenen und hoch temperierten Regionen der Erde wird zumeist aus Wüsten ausgeblasen und verteilt. Der Löß in Deutschland – verteilt auf der Strecke der Deutschen Mittelgebirgslinie bis zum Oberrheingraben – entstand im Pleistozän. Durch die Bewegung bzw. den Vorsprung von Gletschern wurden an der Gletscherunterseite verschiedene Gesteine „überfahren“ und durch Eis bzw. mitgeführte Steine im Gletscher abgeschmirgelt, anschließend auf Schotterterrassen oder Sanderflächen abgelagert. Windbedingt erfolgte schließlich die Auswehung von der entsprechenden Lößansammlung.


Fällt nun Regenwasser auf Lößablagerungen, sickert das Wasser – geleitet von Poren, Kapillaren und sonstigen Hohlräumen – in tiefere Bereiche. Dabei gehen die kalkhaltigen Bestandteile vom Löß in Lösung und werden um Wachstumskeimen wieder ausgeschieden. Neben organischen Materialien wie kleinen Ästen oder Wurzeln können auch Steine anzulagernde Wachstumskeime sein - das Löß-Kalk-Gemisch wächst an diesen an ähnlich wie ein Schneeball an durch Materialzufuhr an Größe gewinnt.


Die Formgebung der Lößkonkretionen ist rundlich und unregelmäßig: erinnert häufig an Puppen, teilweise auch armlos, Raupen, Würmer oder Ingwerknollen. Die Größen, die Lößkindel erreichen können, betragen wenige Zentimeter, liegen aber auch im Dezimeterbereich.


Siehe auch:
Verwitterung von Gesteinen
Kreislauf der Gesteine
Bodenschätze in Deutschland


Quellen:
Jacobshagen, V.; Arndt, J.; Götze, J.; Mertmann, D.; Wallfass, C. M. (2000): Einführung in die geologischen Wissenschaften. UTB Stuttgart*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (2010): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*

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Letzte Aktualisierung: 1. August 2018

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